Im Laufe der letzten Jahrhunderte unterlagen die Motive für die Namenswahl einem
steten Wandel.
Vergaben die Germanen noch Namen mit konkreten Bedeutungen, so
kamen mit der Christianisierung lateinische, griechische und hebräische Namen
hinzu, deren durchaus noch vorhandene Bedeutung in der Herkunftssprache aber die
Namenswahl nicht mehr beeinflusste.
Die katholische Kirche förderte eine Namenswahl nach dem Heiligenkalender, die
Reformation und Bibelübersetzung durch Luther förderte die Namenswahl nach
Biblischen Vorbildern.
Immer schon prägten die höheren Gesellschaftsschichten die Modenamen, früher der
Adel, später das Bildungsbürgertum. Man wollte sich natürlich vom 'gemeinen'
Volk absetzen und suchte daher immer nach den besonderen Namen. Im Laufe der
Jahrzehnte und Jahrhunderte verbreite sich der jeweilige Trend dann in die unteren
Bevölkerungsschichten hinein.
Im 17. und bis in das 19. Jahrhundert hinein gewann die französische Sprache
Einfluss in der deutschen Oberschicht. Nach dem 2. Weltkrieg kamen durch die
Besatzungsmächte angelsächsische Vornamen hinzu. Später und bis zum heutigen Tag erweiterte sich das gebräuchliche Namensspektrum durch die große
Reisefreudigkeit der Deutschen
insbesondere um Vornamen skandinavischen Ursprungs und südeuropäischen Ursprungs.
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