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Liebe werdende Eltern,

Sie machen sich Gedanken, was ein guter Vorname für Ihr Kind sein könnte.

Es liegt eine weitreichende Verantwortung in diesem Ihrem Recht auf die Namensgebung. Bedenken Sie: Ihr Kind wird diesen Namen Jahrzehnte, ja vielleicht ein ganzes Jahrhundert tragen. Es wir als Kind, als junger Erwachsener und als Senior auf diesen Namen hören (müssen).

Einige Anregungen und Überlegungen haben wir in den folgenden Absätzen für Sie zusammengestellt.

1. Kose- und Kurznamen vermeiden

Es ist normal, dass Eltern ihr kleines Kind mit einem meist verkürzten Kosenamen rufen. Das drückt Vertrautheit und die persönliche Verbundenheit aus.
Wählen Sie einen solchen Kosenamen jedoch nicht als offiziellen Rufnamen. Als Heranwachsender wird sich Ihr Kind zunehmend in größeren sozialen Gruppen bewegen und integrieren. Als Erwachsener wird es vielleicht einmal in verantwortlicher oder gar öffentlicher Position stehen. Geben Sie Ihrem Kind einen erwachsenen Namen. Verwenden Sie die Kurzform bzw. den Kosenamen im familiären Umfeld.
Wenn Sie einen häufig vorkommenden Familiennamen tragen und einen gängigen kurzen Vornamen wählen, ist mit vielen Namensvettern zu rechnen. In Folge lässt sich Ihr Kind im Rahmen größerer Personengruppen nicht anhand des Namens identifizieren, z. B. als Student an einer Universität oder als Kunde eines Versandhauses muss es sich immer über eine Identifikationsnummer ausweisen.

Ausnahme: Wenn Sie einen langen Familiennamen haben, kann ein kurzer Vorname einen klanglich gutes Gegenstück bilden.

2. Sehr lange Namen vermeiden

Wie meist kann man von zwei Seiten vom Pferd fallen, so auch bei der Vornamenswahl. Ein lang auszusprechender Name ist im täglichen Leben auch eher hinderlich. Überlegen Sie, ob der hübsche Doppelname auch als zwei einzelne Vornamen Gefallen finden kann.

Ausnahme: Ähnlich, wie bei den Kurznamen, nur mit umgekehrtem Vorzeichen gilt, dass bei einem sehr kurzen Familiennamen ein langer Vorname eine klanglich gute Ergänzung sein kann.

3. Zwei Namen aber nicht mehr

Geben Sie Ihrem Kind nicht nur einen Namen. Der zweite Vorname ist zu dem ersten völlig gleichberechtigt, hat also die gleiche rechtliche Stellung wie der Rufname. So hat Ihr Kind später einmal diesen Namen zur Verfügung für z. B. den Telefonbucheintrag, Spenden, Konten usw. Auch kann es diesen zweiten Namen zum Rufnamen umschreiben lassen, wenn er ihm besser gefällt  Ein Vornamensänderung ist dagegen rechtlich kaum durchsetzbar.
Warum nicht mehr als zwei Vornamen? Ganz einfach: Inflation senkt den Wert des Einzelnen. Ihr Kind ist ein einzigartiger Mensch. Egal ob es seine(n) Namen später für toll oder für uncool hält: Ein zuviel an Namen steht eher für Beliebigkeit, als für Individualität.

4. Entscheiden Sie im Sinne des Kindes

(1) Vermeiden Sie zweideutige Namen. D. h. achten Sie darauf, dass das Geschlecht eindeutig erkennbar ist. Auch wenn der Name in einer Sprache eindeutig männlich ist (und der Standesbeamte den Namen zulässt), kann der Name in einer anderen Sprache auch eine weibliche Form darstellen. Bedenken Sie, dass die Gesellschaft immer multikultureller wird. Ihr Kind könnte z. B. in einem internationalen Arbeitsumfeld unter einem zweideutigen Namen zu leiden haben,
(3) Auch Vornamen, bei denen jeder sofort an ein bestimmte berühmte Persönlichkeit denk, sollten Sie vermeiden. Zum einen mag die übrige Welt Ihre Wertschätzung für diese berühmte Person nicht teilen. Ihr Kind muss dann mit diesem Negativimage fertig werden. Es kann auch umgekehrt kommen. Ihr Kind wird damit überfordert, dass es der Wertschätzung nicht gerecht werden kann, die seine Umwelt dieser berühmten Person entgegenbringt.

5. Machen Sie die Sprachprobe

Prüfen Sie die Sprechung von Vor- und (!) Nachnamen.
(1) Achten Sie darauf, dass der Laut, auf den der Vorname endet nicht mit dem Anfangslaut des Nachnamen überein stimmt. Vor. und Nachname lassen sich dann weniger flüssig in einem Zug sprechen.
(2) Wenn der gewählte Vorname sprachlich stark von der Länge des Familiennamens abweicht, dann suchen Sie, ob eine Variante des Vornamens existiert, die sprachlich der Länge des Familiennamens näher kommt. Prüfen Sie dann, ob dieser Vorname im Zusammenhang besser klingt.
(3) Gelegentlich übersehen Eltern auch, dass die Kombination von Vor- und Nachname zu lustigen, aber auch zu Spott herausfordernden Namensprechungen führen kann. Das Internet ist voll von Sammlungen solcher Namenskombinationen. Zwar kann Ihr Kind später in solchen Fällen eine Vornamensänderung erwirken. Zu dieser Notwendigkeit sollte man es jedoch nicht kommen lassen.

Tipp: Versuchen Sie einmal Vornamen, deren letzte Silbe mit dem gleichen Buchstaben beginnt wie Ihr Familienname. Dies ergibt in vielen Fällen eine angenehme Klangfolge. Vielleicht finden Sie für Ihren Familiennamen aber auch eine andere Vorgehensweise. Die Suchmaschine ist hierbei eine vorzügliche Hilfe, da man einfach bestimmten Silben oder Buchstabenfolgen angeben kann.

Zum Abschluss

Übertreiben Sie nicht den Aufwand, liebe Eltern. Umschiffen Sie die offensichtlichen Negativ-Klippen und lassen Sie sich ansonsten ruhig von Ihrem Gefühl leiten.

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